Selbstbau einer Backlight Bank

Flexible Idee für verschiedene Anwendungen
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Für die Fotografie glänzender oder spiegelnder gewölbter Oberflächen braucht man sehr lange Lichtquellen um Reflexe optisch formgebend einspiegeln zu können. Die Leuchten müssen dafür meist nicht sonderlich breit sein, Länge allein macht's (in diesem Fall).

Im hier präsentierten Beispiel wird es eine Backlight Bank mit einer Leuchtfläche von 15x200 cm und einer Tiefe von 30 cm. Das Mass kann nach Geschmack und persönlichem Bedarf angepasst werden. Die Bank wird mittels eines Schwenkbügels aufgehängt. Der Bügel kann so konstruiert werden, dass die Bank auch senkrecht aufgestellt werden kann, ich habe dazu aber eine zweite Bank im Bau, weil ich das Licht von oben quer eigentlich immer brauche.

Das Material der grossen Platten ist 12 mm Birke Multiplex Sperrholz, wasserfest verleimt. Die beiden Seitenwände an denen die Schwenkgabel befestigt wird haben eine Stärke von 20 mm, um Fleisch für die Einschlagmuttern zu haben.

Ich feuere diese Bank mit einem Hensel Longlight 140, das mit drei Halogenlampen zu je 250 Watt als Pilotlicht und zwei Blitzröhren für zusammen 3500 Ws Leistung ausgestattet ist. Man könnte jedoch auch problemlos Fassungen für E27 auf die Rückwand montieren und dann wechselweise Pilotlampen und WOC Slave Blitze einsetzen. Die Leistung wäre dann natürlich geringer und die Blitzfolgezeiten steigen, aber die Lichtqualität wäre sehr ähnlich bis identisch.

Wegen der maximal 750 Watt Pilotlicht muss das Gehäuse aktiv gekühlt werden. Dies übernehmen drei 80er Lüfter aus geschlachteten PC-Netzteilen, die von einem Universalsteckernetzteil versorgt werden. Die Lüfter sind in einer Art Labyrinth hinter der Torblende des Longlights montiert, damit kein unerwünschtes Streulicht hinten gegen den Hintergrund austritt. Hinter zwei seitlichen Reflektorflächen ist der Lufteintritt untergebracht, so dass auch hier nicht mit Streulicht gerechnet werden muss.

Aus dem gleichen Grund ist der Frontdiffusor auch um 5 cm versenkt eingebaut. Der überstehende Rand wirkt ein wenig wie Torklappen, und kann gleichzeitig als Rahmen für ein noch einzusetzendes Wabenraster dienen. Ursprünglich war ein Textilfrontdiffusor geplant, der - luftdurchlässig - sicher gut für die Kühlung gewesen wäre. Den sauber zu befestigen stellte sich jedoch als schwierig bis unmöglich heraus, also wurde er in dieser Konstruktion gegen 2 mm starkes Lampenplexiglas (Dichte 0.60) getauscht. Die Kühlung erweist sich als ausreichend kräftig dafür.

Der Zusammenbau ist recht trivial. Als erstes bohrt/sägt man die Öffnungen für die Lüfter und bohrt passende Befestigungslöcher. Um das Longlight notfalls entnehmen zu können wird die Kabeldurchführung grösser gewählt und später mit einer separaten Metallplatte abgedeckt. Dann werden die beiden Seitenteile und die Rückwand mit dem Boden verleimt, nach 12 Stunden Trocknung (Endfestigkeit) unter Pressung per Schraubzwinge werden noch ein paar stabilisierende Winkel montiert. Geplant war die Befestigung mit Blindnieten, die gibt es aber leider nicht in der gewünschten Länge, als habe ich auf Maschinenschrauben zurückgreifen müssen.

Der Bereich des Lichtlabyrinths wird nun mit Abtönfarbe mattschwarz gestrichen, alle anderen Teile werden mit Alufolie bezogen, die Lüfter werden montiert. Zwei weitere Winkel werden vorbereitet, an denen später das Longlight verschraubt wird, in die Seitenwände montiert man zwei Einschlagmuttern für die Schwenkgabel.

Nun wird der Deckel ebenfalls wieder unter Schraubzwingen verleimt, gestrichen und mit Alufolie bezogen. Fünf Zentimeter vom vorderen Rand werden ringsum noch schmale Leisten zur Befestigung von Diffusor und Wabenraster eingeleimt.

Longlight rein, festschrauben, Kabeldurchführung zuschrauben, Frontdiffusor rein, Schwenkgabel anschrauben und fertig. Ich habe an den rückseitigen Kanten noch Kugelecken und Fan-Cages angebracht, damit ist die Optik nahezu wie aus dem Laden.

Benötigtes Werkzeug:



Bohrmaschine oder Akkubohrer mit verschiedenen Bohrern.
Stichsäge, notfalls Laubsäge.
Verschiedene Schraubzwingen.
Zollstock, Bleistift, Winkel.
Lüsterklemmenschraubendreher.
Raspel, Feile.
Pinsel.
Schwamm zur Entfernung überschüssigen Leims.

Material:

2 Stück 200 x 30 cm Birke Multiplex Sperrholz, 12 mm stark, wasserfest verleimt, für Boden und Deckelplatte.
1 Stück 200 x 15 cm Birke Multiplex Sperrholz, 12 mm stark, wasserfest verleimt, für Rückwand.
2 Stück 28,8 x 15 cm Birke Multiplex Sperrholz, 20 mm stark, wasserfest verleimt, für Seitenwände.
Eine Planke Lampenplexiglas Dichte 0.60, 2 mm stark, 15 x 196 cm.
Weissleim/Holzleim.
Verschiedene Winkel, Einschlagmuttern, Poppnieten, Unterlegscheiben.
3 Lüfter 80 mm plus Fan-Cages, 12 Volt Netzteil dazu, Kabel, Steckbuchse für Stromversorgung.
Vierkantleisten als Stopper für Frontdiffusor.
Stahlgabel als Schwenkrahmen, Ratchet Handles zur Befestigung.
Alufolie und schwarze Abtönfarbe.


Materialkosten:

Knapp über 100 Euro ohne Blitzlicht/Pilotlicht.

Zeitbedarf:

Reine Arbeitszeit rund 5 Stunden. Inclusive nötiger Leimtrockenzeiten innerhalb zweier Tage bequem machbar.
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© Michael Quack