Matrixmessung: Theorie

Lotto für Geizhälse
Fast alle Camerahersteller bieten in Ihren Cameras eine sogenannte Matrixmessung oder Mehrfeldmessung an und suggerieren eine perfekte Belichtung auch unter schwierigen Bedingungen.
Diese Systeme versuchen, mittels verschiedener Messpunkte ein Bild zu analysieren und entsprechend den gemessenen Helligkeits- und Kontrastwerten zu korrigieren.
Dazu werden je nach Cameramodell unterschiedlich viele Messpunkte ausgewertet. Früher gerade mal 6, inzwischen bis zu 40 Messpunkte gehen in die Messung ein. Ausgewertet werden Grundhelligkeiten (Ist es Tag oder Nacht?) Kontraste (Innenaufnahmen mit Blick nach draussen ?) und generelle Anteile heller und dunkler Flächen.

Ich erkläre das mal an meinem Lieblingsszenario:

Wir befinden uns in einem Restaurant mit einem grossen Panoramafenster, durch das man die hell sonnenbeschienene Landschaft sehen kann. Vor uns sitzt am Tisch eine Frau oder ein Mann im Profil zu uns, mit dem Kopf etwa auf zwei Drittel des Bildes.

Wir können nun:
1) Die helle Landschaft mit der Spotmessung anmessen, und die Frau oder den Mann als schwarze Silhouette im Profil zulaufen lassen. Das Bild ist richtig belichtet.

2) Das Gesicht der Person anmessen, und die helle Landschaft ausfressen lassen. Das Bild ist richtig belichtet.

3) Die helle Landschaft anmessen, und das Gesicht der Person mit dem eingebauten Blitz der Kamera aufhellen. Das Bild ist richtig belichtet.

Der geneigte Leser wird jetzt bemerkt haben, dass zwischen diesen drei Varianten mindestens sechs Blenden und eine komplett andere Lichtverteilung liegen. Alle drei Varianten wären "richtig". Aber welche Interpretation der Situation wählt die Kamera ? Na ? Aha.

Alternativ zur Nutzung der Matrixmessung kann man auch Lotto spielen. Ich spiele *kein* Lotto. Aber ehrlich, weil ich meine Bilder auch so haben will wie ich mir das denke, benutze ich weder automatische Belichtungsregelungen (vom Blitz mal abgesehen), noch solche Lottofunktionen.




© Michael Quack



BACK TO GALLERY INDEX