Warnung !!![]() Die hier feilgebotenen Rezepte werden ohne Gewähr für Funktion und Praxistauglichkeit veröffentlicht. Jeder, der hiernach arbeitet, ist selbst verpflichtet, allfällige Sicherheitsbestimmungen und Umweltschutzverordnungen sowie Entsorgungsvorschriften zu beachten. Die Rezepte sollten von ungeübten Kräften nicht nachgebaut werden. Einige Rezepte und Informationen können auch veraltet sein, ich habe keine Ahnung wie alt die Originalquellen sind. Ich selbst habe das Teil auch schon 14 Jahre in der Schublade liegen. Sollte jemand weitere Hinweise oder Ergänzungen haben, werde ich sie gerne in das Dokument einarbeiten. Weitere Beiträge werden ebenfalls gerne übernommen. Wenn man genau hinschaut, ist das Dokument auch noch lange nicht vollständig, aber ich muss den Scheiss ja auch alleine abtippen. Wer den Kram brauchbar findet, sollte mir eine Nussecke schicken. Auf die Restformatierung und den restlichen Text werdet ihr allerdings solange warten müssen, bis ich die Zeit dafür finde. |
Emulsionen und NegativverarbeitungA. EmulsionenI. Herstellung1.) Kornlose Bromsilberemulsion für das Lippmannverfahren nach Gaedicke2.) Bromsilberdiapositivemulsion (Lüppo-Cramer) 3.) Negativsiedeemulsion (Eder) 4.) UV-Emulsion nach Schuhmann (Lüppo-Cramer) 5.) Extrem feinkörnige Valentaemulsion (Chlorsilberemulsion) 6.) Eisen (III)-ammoniumcitratemulsion II. Guss
III. Emulsionsveränderung
1.) Lichthofschutzschicht2.) Sensibilisierung 3.) Latensifikation und Hypersensibilisierung 4.) Emulsionsverwendung für Sternfeldaufnahmen IV. Kenndaten
1.) Schwärzungsverlauf2.) Gradation (Gamma-Wert) 3.) Temperaturabhängigkeit der Empfindlichkeit 4.) Schwarzschild-, Intermittenz- und Herscheleffekt V. Belichtungshilfsgeräte
1.) Lochkamera2.) Mattscheibe (Herstellung) B. Entwicklung (mit Nachbehandlungen)
I. Physikalische Entwicklung (siehe auch B II 5.))
II. Chemische Entwicklung
1.) Metol-Hydrochinon-Entwickler (Negativ)2.) Metol-Hydrochinon-Entwickler (Universal) 3.) Weich arbeitende Ausgleichsentwickler 4.) Ausgleichsfeinkornentwickler 5.) Halbphysikalischer Feinstkornentwickler 6.) Entwickler zum Erreichen von hohem Kontrast 7.) Entwickler mit hoher Empfindlichkeitsausnutzung 8.) Schnellentwicklung 9.) Röntgenentwickler 10.) Luftbildentwickler 11.) Sensitometrische Entwicklung (DIN, ASA, BSI) 12.) Fixierentwickler 13.) Umkehrentwicklung (von SW-Negativfilmen) 14.) Diapositiventwicklung 15.) Abschwächung / Verstärkung von Diapositiven 16.) Abschwächung von Negativen 17.) Verstärkung von Negativen 18.) Negativretusche 19.) Negativschutzlacke 20.) Diapositivtonung 21.) Tontrennung (nach Andersen) C. Unterbrecherbad
1.) Saure, nicht härtende Bäder2. Härtende Bäder D. Fixierbäder
1.) Saure, nicht härtende Bäder2.) Kalialaun -Härtefixierbäder 3.) Schnellfixierbäder E.) Wässern und Trocknen
1.) Prüfung auf Auswässerung2.) Trocknung und Schnelltrocknung A. Emulsionen
I. Herstellung
1.) Kornlose Bromsilberemulsion für das Lippmann-Verfahren nach Gaedicke:
Lösung I:
400 ml Wasser20 g Gelatine 13 g Kaliumbromid 0,4 g Kaliumchlorid Nach Aufquellen und Auflösen in der Wärme auf 37° kühlen Lösung II:
280 ml Wasser20 g Gelatine Lösung III:
120 ml Wasser (dest.)20 g Silbernitrat II wird nach Abkühlen auf 37° der kalten Lösung III zugesetzt - II + III wird unter Schütteln in I gegossen - 24 Stunden kalt stehen lassen - in Nudeln zerkleinern - 1 Stunde in fliessendes Wasser - bei 40° im Wasserbad schmelzen - 60 g gequollene und aufgelöste Gelatine zusetzen - 200 ml Alkohol (96%) beifügen, die mit Wasser auf 2000ml aufgefüllt sind - Emulsion ist gussfertig - 10 ml Dizyamin-Lösung zugeben (1:1000) > panchromatische Sensibilisierung und damit Eignung für das Lippmann-Verfahren 2.) Bromsilber-Diapositiv-Emulsion nach Lüppo-Cramer: Lösung I: 150 ml Wasser 10 g Gelatine 10 g Kaliumbromid 0,3 g Kaliumjodid Lösung II: 50 ml Wasser (dest) 10 g Silbernitrat Ammoniakzusatz, bis gerade eine klare Lösung entsteht II (20°C) tropfenweise innerhalb 4-5 min in I (45°C) + 5 ml HCl (conc.) verdünnt mit 10 ml Wasser + 30g Gelatine in 100 ml Wasser - Emulsion im Kühlschrank erstarren lassen - Emulsion in Nudeln schneiden und fliessend wässern, bis kein NH3 im Waschwasser mehr nachweisbar - Empfindlichkeit wie Vergrösserungspapier. Erneutes Aufschmelzen und 2 - 3 Stunden temperieren auf 60°C bewirkt sehr wesentliche Empfindlichkeitssteigerung auf 3° Scheiner 3.) Negativ-Siede-Emulsion nach J.M. Eder Lösung I: 60 ml Wasser 1 g Gelatine 4,8 g Kaliumbromid 0,25 g Kaliumjodid Lösung II: 100ml Wasser (dest.) 6,5 g Silbernitrat Lösung III: 45 ml Wasser (dest.) 15 g Gelatine II (80°C) in kleinen Portionen in I (80°C) mischen, wobei die Mischungstemperatur 80°C bleiben soll - Das Mischen soll ca. 15 Minuten dauern - I + II in III giessen - 15 bis 20 Minuten auf 80°C halten - Im Kühlschrank erstarren lassen - Zerkleinern in Nudeln und 2 bis 3 Stunden fliessend wässern - Empfindlichkeit ca 8 DIN - gut geeignet für kurze Belichtung und Portraits - Reifen bei 45°C und wenig Kaliumbromid bewirkt Empfindlichkeitssteigerung um 3°DIN. UV-Emulsion nach Schuhmann (Lüppo-Cramer) Lösung I: 15 g Gelatine, hart 3,6 g Kaliumbromid 0,15 g Kaliumjodid = 1,5 cm³ einer 10%igen Kaliumjodidlösung 100 cm³Aqua dest. Lösung II: 50 cm³ Aqua dest. 5 g Silbernitrat Dunkelkammerlicht: hellrot Alle 4 Minuten 10 cm³ von II (65°C) unter Schütteln in I (65°C) giessen - Emulsion 1 auf 65°C halten (Thermosflasche ! ) - Die Platten auf den Boden einer 18 x 24 Schale legen10 cm³ Emulsion und 250 cm³ kaltes Wasser - Filtrieren - Die milchige Flüssigkeit in die Schale giessen - Nach 20 Stunden Stehen vorsichtig herausnehmen, indem man sie um eine schmale Kante kippt - Zum Trocknen auf eine dicke Lage Fließpapier stellen (Kein Ventilator !! ) - Die Entwickler sollten zur Schleierverhütung verdünnt werden - Zum besseren Haften des Bromsilberniederschlags: 1:6 Lösung von Chromalaun in Wasser und wenige Tropfen NH3 ( bis Trübung beginnt); in dieser Lösung die Platte vor dem Guss 5 Minuten baden 5.) Extrem feinkörnige Valentaemulsion (Chlorsilber) nach Weigert: Lösung I: 3,2 g Silbernitrat 0,8 g Zitronensäure 16 cm³ Wasser Lösung II: 9,6 g Gelatine 0,28 g Ammoniumchlorid 70 cm³ Wasser Lösung III: 0,28 g Weinsäure 0,14 g Natriumcarbonat 0,18 g Alaun 14 cm³ Wasser II und III im Wasserbad auf 50°C erwärmen bis Gelatine geschmolzen - dann II und III mischen und I langsam einrühren - Die Emulsion sofort auf die Platten giessen (Die Schicht ist dann sehr klar) - Belichtung: Solange, bis die Schicht braunviolett anläuft, dann 10 Minuten wässern und anschliessend in neutralem Thiosulfat fixieren. 6.) Herstellung einer Eisen-III-ammoniumcitrat-Emulsion: Lösung I: Eisen-III-ammoniumcitrat (zitronensaures Eisen) und Aqua dest. im Verhältnis (ca.) 1:50 Lösung 2: Kaliumhexacyanoferrat (III) (rotes Blutlaugensalz) + Aqua dest im Verhältnis (ca.) 1:40 I in II giessen, Mengenverteilung I:II = 1:1 Ein guter Schichtträger ist bestes Papier - nach dem Trocknen bleibt die Empfindlichkeit ca. 48 Stunden erhalten (sie liegt im Bereich von 1/1000 ASA) Entwicklung: 15 Minuten in stehendem Wasser wässern. Die Bilder sind unbegrenzt haltbar. Bei der Belichtung wird das dreiwertige Eisen zu zweiwertigem reduziert und bildet im Wasserbad mit dem Kaliumhexacyanoferrat einen blauen Farbstoff. II. Emulsionsguss: Emulsion auf » 40°C aufschmelzen, filtrieren und evtl. Zusätze, z.B.: Stabilisatoren (wie Kaliumbromid), Netzmittel zur Erleichterung des Auftrags, Härtungsmittel (z.B. Kalialaun, Chromalaun, Formalin, Glyoxale), Farbstoffe zur Sensibilisierung, Wasser oder Gelatine zur Erzielung eines gleichmässigen Gusses u.a. - Die Glasplatten (z.B. Spiegelglas) sorgfältigst ( !! ) reinigen - Haftschicht aus gegerbter Gelatine oder Wasserglas aufziehen - Lichthofschutzschicht (Gelatine mit Farbstoffen oder Pigmenten) - Guß: 5 cm³ pro 9x12 Platte (35°C) mit Pipette auf Plattenmitte gießen - Überschuß ablaufen lassen - Platte auf Nivelliergestell durch Kühlen erstarren lassen - Im Trockenschrank bei 30 bis 35°C 4 bis 6 Stunden trocknen. III. Emulsionsveränderung: 1.) Lichthofschutzschicht: Lichthöfe können erst ab 100facher Überschreitung des Schwellenwertes auftreten. Die Lichthofschutzschicht sollte auf der Plattenrückseite oder (besser !) zwischen Schichtträger und Emulsion aufgebracht werden. Material: Braunstein (z.B. aus KMnO4) oder Tusche (bzw. Asphaltlack), dieses jedoch nur auf der Plattenrückseite (Die Tusche muss nach der Entwicklung abgerieben werden). Notlösung: Mattschwarzes Papier mit folgender Lösung aufquetschen: 20 g Tischlerleim, 15 cm³ Glycerin, 75 cm³ heisses Wasser. 2.) Sensibilisierung: Alle unter I angegebenen Emulsionen sind blauempfindlich ! Sensibilisatoren können in 0,1g 0,5g und 1g Packungen von Agfa bezogen werden - Die Lösungen müssen vor Licht geschützt werden - Die zu sensibilisierenden Platten werden 2 bis 4 Minuten in der Lösung gebadet (dabei bewegen) (Achtung: Dunkelkammerlicht ! ) - Methylalkoholtrocknung - Die Platten sind zwei bis drei Tage haltbar. Tabelle Sensibilisatoren Reste von Rotsensibilisatoren müssen mit Chromschwefelsäure aus der Schale gewaschen werden - Man bedenke die Empfindlichkeitsänderung der Emulsion durch Sensibilisierung - Die Pinaflavol-sensibilisierten Platten dürfen nicht mit CH3OH getrocknet werden. 3.) Latensifikation und Hypersensibilisierung: Zur Erreichung des Schwellenwerts kann man die Platte diffus vorbelichten: schwaches Glühlämpchen in grosser Entfernung und Vorversuche - Sehr einfach durchführbar ist die Hypersensibilisierung durch Quecksilberdampf: Platte in der Schachtel oder Film in der Patrone mindestens 1 Woche mit Quecksilber oder Quecksilberamalgam in ein gut verschlossenes Gefäss bringen; Empfindlichkeitssteigerung um »75-100% (2-4° DIN), Gamma bleibt erhalten, Effekt klingt nach 4-6 Stunden wieder ab; ideale Luftfeuchtigkeit ist 86% - Die folgenden Badeverfahren können die Quecksilbermethode um 100% übertreffen: Platte 1 Stunde in kaltem, fliesendem Wasser wässern und dann Schnelltrocknung, Gamma wird erhöht; nur der langwellige Bereich wird erfasst - 50 cm³ CH3OH; 50 cm³ H2O; 0,1 g Soda sicc.; 4cm³ NH3 conc. - Behandlungsdauer (15°C) ca. 3 Minuten dann 1-2 Minuten wässern und Lufttrocknung - 100 cm³ Wasser; 4 ccm³ NH3 conc. - Badedauer 3 Minuten - 2-3 Minuten wässern - trocknen - Empfindlichkeitssteigerung bei Badeverfahren: maximal 9° DIN - Verarbeitungstoleranz maximal 48 Stunden. 4.) Emulsionsverwendung: Infrarotschichten werden durch die atmosphärische Trübung nicht so stark gestört - Für Sternfeldaufnahmen in Stadtnähe sind jedoch blauempfindliche Schichten vorzuziehen, da sie den gelbanteil (Nachthimmelhelligkeit) nicht so stark aufnehmen - Ausweichmöglichkeit: Panchromatische Emulsion mit Filter. Weiteres folgt hier noch, und der Rest oben muss noch formatiert werden. |

Ab hier geht es jetzt ganz gemein mit Erweiterungen der verschiedensten Leute weiter. Selbstverfreilich kann ich hier noch weniger für die Handlungen ungeübter Kräfte die Verantwortung übernehmen. Seid vorsichtig, Kinder, das meiste Zeug ist alles andere als Ahoi-Brause. |

In einem Buch ("Faszination der Schwarzweiss-Fotografie" von Thomas Maschke) fand Dirk Breuer folgendes Rezept fur variablen Brauntoner auf Thioharnstoffbasis:Lösung I: Bleichbad
500ml Wasser50g rotes Blutlaugensalz 50g Kaliumbromid (fur 1l) Lösung II: Toner Part A
800ml Wasser4g Natriumhydroxyd 50g Borax 4g Thioharnstoff (fur 1l) Lösung III: Toner Part B
800ml Wasser16g Natriumhydroxyd 50g Borax 4g Thioharnstoff (fur 1l) |
